Misteltherapie
Die Mistel enthält viele verschiedene pharmakologisch wirksame Stoffe, die ein ganz unterschiedliches Wirkspektrum haben. Für die Therapie von Tumoren sind die Mistel-Lektine wichtig. Es gibt drei unterschiedliche Mistel-Lektine; ML-1, ML-2 und ML-3, die zusammen eine immunmodulatorische Wirkung haben.
Mistel-Lektin aktiviert das Immunsystem, genauer die Leukozyten: Natürliche Killerzellen werden aktiviert und zur Vermehrung angeregt, ebenso Granulozyten und Makrophagen. Die Ausschüttung von Botenstoffen wie Interleukin-1 wird durch Mistel-Leukin gefördert. Interleukin-1 wiederum ist für eine Erhöhung des Endorphin-Spiegels verantwortlich und verringert die Schmerzempfindung.
Die Therapie mit Mistel-Lektin ist eine unspezifische Reiztherapie, die das Immunsystem ganz allgemein aktiviert und somit auch die Selbstheilungskräfte des Körpers mobilisiert.
Ein funktionierendes Immunsystem ist bei der Therapie von malignen Erkrankungen aus verschiedenen Gründen wichtig, weshalb der immunmodulierenden Mistel-Lektin-Therapie auch eine besondere Bedeutung zukommt.
Die Misteltherapie kann bereits vor einer Operation begonnen werden, um die körpereigene Abwehr in dieser für Körper und Psyche stressreichen Situation zu stärken. Chemo- oder Strahlentherapie werden unterstützend ergänzt, aber auch als alleinige Therapie in der langen Zeit der Nachsorge können Mistel-Lektine eingesetzt werden.
Der Körper kann mit Hilfe von Mistel-Lektin eine Strahlen- oder Chemotherapie besser verkraften. Folgen wie einem Leukozytentief werden gegengesteuert und Nebenwirkungen wie Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit oder Übelkeit werden deutlich gemindert.
Jede Erkrankung verursacht auf physischer und psychischer Ebene Stress - bei Krebserkrankungen im extremen Maß. Stress wiederum schwächt durch eine vermehrte Cortisol-Ausschüttung die Abwehr. Auch hier kann eine Mistel-Lektin-Therapie ansetzen.
Ein wichtiger Aspekt kommt der Bekämpfung von Metastasen zu. Eine funktionierende Immunabwehr ist in der Lage, maligne Zellen zu erkennen und danach zu eliminieren. Lösen sich beispielsweise bei einer Operation einzelne Zellen vom Tumor, ist eine entsprechende Reaktion des Immunsystems notwendig, um eine Ausbreitung der Tumorzellen zu verhindern.
Über eine Interleukin-1 Ausschüttung wird die Bildung körpereigener Morphine angeregt, was eine Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens zur Folge hat.
Mistel-Lektin wird subkutan (unter die Haut) oder - selten - intravenös (in die Adern) verabreicht. Normiertes Mistel-Lektin wird anhand eines definierten Dosierschemas gespritzt.